Bujutsu:
(jap. 武術, dt. „Kriegs, Militär-Kunst, Technik“) ist der Oberbegriff für die früheren japanischen Kriegskünste. Nachdem das Erlernen der Techniken für kriegerische Zwecke nicht mehr nötig war, entwickelte sich in Japan aus dem Bujutsu das Budō.

Im 9. Jahrhundert stieg in Japan mit den Samurai eine aristokratische Kriegerkaste auf, die in den folgenden Jahrhunderten das gesamte Gemeinwesen dominierte. Diese Krieger übten sich in den verschiedensten Kampfdisziplinen, die teils mit, teils ohne Waffen ausgeübt wurden. Obwohl es für jede Waffe Spezialisten gab, wurden die Samurai in den wichtigsten Waffengattungen unterwiesen, damit sie im Kriegsfall für ihren Lehnsherren kämpfen konnten.

Die primären Waffen der Samurai waren das Schwert (Katana) (das Kämpfen mit dem Schwert wird im Kenjutsu gelehrt), Speer/Lanze Yari (Sōjutsu), Bogen/Pfeil Yumi, Ya (Kyūjutsu). Das Kämpfen mit dem (mittellangen) Stock () wird im Jōjutsu unterrichtet und das Kämpfen mit dem langen Stock () im Bōjutsu (der Stock war allerdings keine bevorzugte Samurai-Waffe, er wurde auch von anderen Ständen benutzt). Es gibt noch eine Vielzahl von verschiedenen anderen Jutsu.

Zu Beginn der Edo-Periode (ab 1603) wurde das Land politisch geeint und befriedet. Die Samurai verloren ihre ursprüngliche Aufgabe und wurden zunehmend zivil. Die Tradition des Übens der Kampfkünste aber erhielt sich, war sogar gesetzlich vorgeschrieben (Buke Shohatto), und erhielt durch die Hinzunahme moralischer und charakterlicher Lehren ein neues Fundament (Budō).

Mit der Modernisierung und Verwestlichung in der Meiji-Zeit (Schwertverbot, Haitorei, 1876) verloren die Bujutsu weiterhin an Boden. Die Übernahme westlicher Militärtechnologie schien die alten Bujutsu-Lehren überflüssig zu machen.

Dass sich einige der alten Kampfkünste erhalten haben, liegt an ihrer familienartigen Organisationsstruktur (Iemoto-System). Ein Meister einer Bujutsu-Schule (Ryū) hatte nur wenige ausgewählte Schüler, von denen wiederum einer der Erbe dieser Schule wurde (bevorzugt der älteste Sohn). Dieser „Siegelbewahrer“ knüpft sein Schicksal völlig an das Ryū und gewährleistet die Bewahrung der Lehre für die Zukunft. In vielen Bujutsu werden die Kerntechniken in formellen Abläufen (Kata) aufgezeichnet, deren Studium ein wesentlicher Bestandteil des Erlernens eines Ryū darstellt.

Früher gab es Hunderte von Ryū (Watatani und Yamada zählen weit über 700 Schulen), die aber zum größten Teil ausgestorben sind. Die Fälschung von Abstammungslinien war und ist heutzutage ein beliebtes Mittel, um die eigene Kampfkunst zu legitimieren oder um sich zu profilieren und damit Geld zu verdienen. Deshalb ist den Interessenten an der Ausübung einer Koryū anzuraten, sich vorher genau über die Ryū und den Lehrer zu informieren.


Kampfkunst: Der Kampf geht solange bis einer der Parteien aufgibt, nicht mehr in der Lage ist weiter zu kämpfen oder sich davon entzieht. Der Kampf wird zügig erledigt. Es gibt keine zweite Chance. Die eigene Überlegenheit wird genutzt um den Kampf für sich zu entscheiden. Der Kampf kann zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort stattfinden. Die Kampf muss der derzeitigen Bekleidung angepasst werden (Jeans, Schuhe, etc. / kein Kimono). Es gibt auch keine Standardtechnik oder -strategie um den Gegner zu besiegen. Jede Situation oder Gegner ist neu. Dementsprechend konzentriert sich das Training auf die oben genannten Probleme. Das heisst, dass vor allem Angriffe gegen empfindliche Körperstellen trainiert wird, dass es grundsätzlich keine Regeln gibt und dass alle Ebenen / Formen trainiert werden (Faust- und Beinschlag, Würfe, Bodenkampf, Waffenkampf). Jeder verbessert individuell seine effektivsten Kampftechniken. Es geht ja darum den Kampf zu eigenen Gunsten so schnell wie möglich zu entscheiden, ohne Regeln und Kampfrichter.


Nach dieser Definitionsbeschreibung ist Bujutsu eine Kampfkunst. Dies macht ja auch Sinn, denn wir bezeichnen uns ja als Kämpfer und nicht als Sportler.


Mit BUJUTSU findest Du den Weg zu Körper, Geist und Seele

Wenn alle drei Dinge vereint harmonieren ist es möglich, das Unmögliche zu vollbringen. Der Weg des BUJUTSUKAS erfordert viel Disziplin und Ehrgeiz. Es ist nicht immer leicht, das Training regelmässig zu besuchen. Doch gerade weil wir auch dann ins Dojo zum Training kommen, wenn wir keine Lust haben, zeigen wir damit, dass wir etwas Besonderes sind.


Der grösste Feind, den wir stets zu bezwingen haben, sind wir selbst.